Suite in d-Moll op. 100
 Merken
Henze, Bruno
Suite in d-Moll op. 100
(1949)
Bestell-Nr 551739
Ed.-Nr T 5212
ISBN 9790016147035
erschienen 20.06.2022
Besetzung Terz-, Prim- und Quintbassgitarre
Schwierigkeit 3
Ausgabe Partitur und Stimmen
Herausgeber Tappert, Johannes
Dauer in Min. 09'10 (03'10 - 03'25 - 02'35)
GEMA Werknr. 31288119
Preis 16,50
Lieferstatus Lieferbar  Lieferbar
Bestellmenge  (mindestens 1)
Die hier erstmals im Druck vorgelegte „Suite in d-Moll“ weist mit ihrer Harmonik in die Moderne und lässt uns in eine ganz eigenartige kontemplative Atmosphäre eintauchen. Das Präludium kommt vorsichtig tastend daher, wogt in schnellen Läufen auf und ab, um dann erlösend innezuhalten. Der Mittelsatz Lamentoso wühlt den Zuhörer tief auf, lässt nur zweimal ein kurzes zweitaktiges Aufatmen an den Stellen zu, wo an das Dur-Thema des ersten Satzes erinnert wird. Der offene Schluss leitet über zum frechen Thema des Allegro con brio mit einem tänzerischen Dur-Mittelteil.
Rainer Stelle


O.T.P.Q - Gitarrenensemble

Die Besetzung eines Gitarrenensembles mit mehr als den heute üblichen (Prim-)Gitarren, nämlich mit zusätzlichen Oktav-, Terz- und Quintbassgitarren, hat nicht nur historische Wurzeln in der Spieltradition vom 19. und frühen 20. Jahrhunderts – sie hat auch eine andere klangästhetische Dimension, die in fast allen anderen Instrumentengruppen (z. B. Streich-quartett, Bläserbesetzungen) durch die unterschiedlich großen Instrumente selbstverständlich ist.

Unmittelbar lässt sich die O.T.P.Q–Besetzung auf Heinrich Albert (1870-1950) zurückführen, der mit seinem „Münchener Gitarrenquartett“ die Kombination Terz-, Prim- und Quintbassgitarre einsetzte und zum Erfolg führte. Oktavgitarren waren damals noch nicht gebräuchlich. Wer deren Trennschärfe und die differenzierten Klangfarben einer solchen gemischten Besetzung einmal erlebt hat, den lässt das Klangerlebnis nicht mehr los.
Beim schnellen Wiederaufbau der Ensembleszene nach 1945 war diese positive Entwicklung offenbar in Vergessenheit geraten und die Instrumentenbauindustrie hätte damals auch gar nicht so schnell verschiedene Gitarrengrößen liefern können. So blieb es in Deutschland mit ganz wenigen Ausnahmen bei dem Spiel mit der heute üblichen Standardgröße, der Primgitarre. In anderen Ländern haben sich zum Teil andere Besetzungen halten bzw. entwickeln können.